Philosophie ex Machina

[Fotocredit: Lynnelle Richardson, Pexels]

Als ich im Büro (meines Arbeitgebers) um die Ecke bog, meldete der edle Jura-Vollautomat "Satzbehälter leeren". Versunken stand ich da, die leere Kaffeetasse in der Rechten starrte ich auf eine Sentenz, die mir in diesem Augenblick wie die pointierte Aussage eines Zen-Meisters erscheinen wollte!
"Satzbehälter leeren!" - ein Mantra! Ist nicht dieser Satzbehälter zwischen unserer Ohren die Quelle unserer Sprache, das Behältnis für Wörter, Sätze, zu sagendes? Was passiert, wenn ich diesen Satzbehälter bis zur Neige leere, wenn ich dem Befehl "Satzbehälter leeren!" folge leiste?

"Jenseits des Wortsinns aber, der eher ein Schleier ist denn eine Erhellung, beginnt die Wirkungssphäre eines jeden Mantras. Und dorthin muss man gelangen: Jenseits der Worte, jenseits des Denkens – als eine Form reiner Hingabe an diese Sonne des vollkommenen Unendlichen (...)"

Alter Schwede!
Ich stand noch immer vor der Kaffeemaschine, als ich wieder zu mir kam. Hinter mir hatte sich eine murrende Schlange aus 15 Mitarbeitern gebildet. Ich wischte mir mit einer beiläufigen Geste den Speichel aus dem Mundwinkel, leerte das verbrauchte Kaffeemehl aus dem Mockekasten an der Kaffeemaschine, drückte auf die Taste und ging mit gefüllter Tasse wieder zu meinem Platz zurück.
Irgendwie fühlte ich mich wie frisch reinkarniert.


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Richard Scarry & Egon der Wurm

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